Naturheilmittel
erweitern und ergänzen Behandlungsmöglichkeiten und stellen
meist die "sanftere" Behandlungsart dar. Ihre Nebenwirkungen
sind meist schwächer. Je nach Erkrankung ist es wichtig, dass
es beide Möglichkeiten gibt, um das Gleichgewicht im Menschen
wieder herzustellen. |
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Pflanzliche Arzneimittel |
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Häufig wird der Begriff "Phytopharmakon" allgemein für "pflanzliches Arzneimittel" eingesetzt. Von "chemisch-synthetisch hergestellten Arzneimitteln" unterscheiden sich Phytopharmaka im wesentlichen dadurch, dass sie als Wirkstoff eine pflanzliche Zubereitung anstelle definierter chemisch-synthetischer Substanzen enthalten. Ein "Phytopharmakon im engeren Sinne" zeichnet sich dadurch aus, dass seine Wirkung experimentell geprüft und seine therapeutische Wirksamkeit in klinischen Studien und durch ärztliches Erfahrungswissen nachgewiesen ist. Es wird in Form üblicher Zubereitungen, wie Tabletten, Dragees, Kapseln oder Tropfen, eingesetzt. Arzneimittel, die einzelne, aus Pflanzen isolierte Wirkstoffe enthalten, gelten nicht als "Phytopharmaka", da ihnen die natürlichen Begleitstoffe, die an der Gesamtwirkung beteiligt sind, fehlen. In der modernen Phytotherapie kommen vornehmlich ausreichend hoch dosierte, standardisierte oder normierte Pflanzen-Extrakte zum Einsatz. Pflanzliche Arzneimittel sind aber keine Wundermittel. Genau sowenig wie es sich als Irrtum 60er und 70er Jahre erwiesen hat, alles sei mit den Segnungen der modernen Chemie in den Griff zubekommen, ist nicht richtig, dass gegen jede Erkrankung ein ausreichend wirksames Kraut gewachsen ist. In vielen Fällen können Krankheiten durch chemisch-synthetisch hergestellte Wirkstoffe effektiver und sicherer behandelt werden. Es ist auch nicht richtig, dass Heilpflanzen immer ungefährlich sind oder in beliebig hoher Dosis eingenommen werden können. |
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Anwendungsbeispiele von Phytopharmaka |
| Mangelnder oder
verzögerter Fluss der Verdauungssäfte kann zu lästigen
und schmerzhaften Verdauungsstörungen führen. Arzneipflanzen
mit blähungstreibende und krampflösenden Eigenschaften
sind wegen ihrer raschen und zuverlässigen Wirkung seit Jahrhunderten
bewährt. Ursache der Störungen ist häufig mangelnde oder nicht rechtzeitige Freisetzung der Verdauungssäfte. Angefangen vom Speichel über die Magensäure bis hin zur Gallenflüssigkeit und zu den Verdauungsfermenten der Bauchspeicheldrüse, werden die aufgenommenen Nahrungsbestandteile in eng abgestimmter Folge zersetzt und auf die Aufnahme in den Kreislauf vorbereitet. Bei Störungen in diesem komplexen System wandern unverdaute Nahrungsbestandteile in untere Darmabschnitte und werden von dort lebenden Bakterien zersetzt. Dadurch entstehen Gase, die Blähungen und Krämpfe der Darmmuskulatur auslösen. ![]() Ätherische Öle aus Fenchel, Kümmel, Anis, Koriander und Pfefferminze wirken blähungstreibend (karminativ) und entkrampfend (spasmolytisch) auf die Muskulatur von Magen und Darm. Dadurch wird der normale Verdauungsablauf wiederhergestellt. Pfefferminzblätter, Kümmelfrüchte, Schafgarbenkraut und Artischockenblätter sind außerdem gallewirksam (cholagog). Sie sorgen durch vermehrte Produktion von Gallensäuren und durch Entkrampfung der Gallenwege für eine verbesserte Fettverdauung im Dünndarm. Die Ananas
enthält Enzyme (Fermente), die ähnlich wie die Peptidasen
der Bauchspeicheldrüse, Nahrungseiweiße spalten und
auf diese Weise die Verdauung fördern. Viele weitere
Arzneipflanzen, die meist zugleich auch als Gewürze verwendet
werden (Majoran, Thymian, Rosmarin, Melisse, Oregano u. a.), haben
verdauungsfördernde Eigenschaften. Ähnlich, wenn auch schwächer, wirkt die Schafgarbe. Sie enthält zusätzlich Bitterstoffe, welche die Ausschüttung der Verdauungssäfte fördern. Anis, Fenchel und Kümmel sind bewährte krampflösende Mittel. Ihre Stärke: Sie beseitigen rasch und zuverlässig quälende Blähungen, die zu den wichtigsten Ursachen krampfartiger Bauchschmerzen zählen. Zu den Mahlzeiten oder unmittelbar danach getrunken, hilft so ein "milder Tee mit starker Wirkung", das Essen auch nach dem Essen zu genießen. |